Veröffentlicht am März 15, 2024

Moderne NVMe-SSDs sind mehr als nur schneller Speicher; sie sind eine architektonische Revolution, die den CPU-Flaschenhals beseitigt und die GPU direkt mit Spieldaten versorgt.

  • DirectStorage-Technologie entlastet die CPU um bis zu 40 %, indem die Dekomprimierung von Spieldaten auf die Grafikkarte verlagert wird.
  • Der Geschwindigkeitsvorteil von NVMe gegenüber SATA ist im Gaming entscheidend und ermöglicht nahtlose Welten ohne künstliche Barrieren wie Lade-Aufzüge oder enge Gänge.

Empfehlung: Für zukunftssicheres Gaming ist der Umstieg auf eine NVMe-SSD (mindestens PCIe 3.0) unerlässlich, um von den Vorteilen des modernen Asset-Streamings voll zu profitieren.

Jeder Gamer kennt diesen Moment der Frustration: der starre Blick auf einen Ladebalken, der sich quälend langsam füllt, während die Immersion zerbricht. Seit Jahren lautet die pauschale Antwort auf dieses Problem: „Kauf dir eine SSD.“ Und tatsächlich, der Sprung von einer mechanischen Festplatte (HDD) zu einer SATA-SSD war bereits ein gewaltiger Fortschritt. Doch diese Sichtweise kratzt nur an der Oberfläche dessen, was heute technologisch möglich ist und die Welt der Spieleentwicklung von Grund auf verändert.

Die wahre Revolution liegt nicht allein in den atemberaubenden Geschwindigkeiten moderner NVMe-SSDs, die über den PCIe-Bus kommunizieren. Der eigentliche Paradigmenwechsel findet tiefer in der Systemarchitektur statt. Technologien wie Microsofts DirectStorage definieren den Datenfluss im PC völlig neu. Sie heben die traditionelle Rolle der CPU als Vermittler zwischen Speicher und Grafikkarte auf und schaffen eine direkte Datenautobahn. Die SSD wird von einem passiven Datengrab zu einem aktiven, integralen Bestandteil der Rendering-Pipeline.

Aber was bedeutet das konkret? Es bedeutet, dass die Beschränkungen, die Entwickler jahrzehntelang zu kreativen Kompromissen zwangen – kaschierende Ladezeiten in Aufzügen, lange, gewundene Korridore, um das nächste Areal vorzuladen, oder aufploppende Objekte am Horizont – endlich fallen. Wir stehen an der Schwelle zu einer Ära, in der Spielwelten nicht nur größer, sondern auch dichter, dynamischer und vor allem nahtloser sein können. Dieser Artikel taucht tief in die Architektur dieser Veränderung ein. Wir analysieren, warum Ihre CPU durchatmen kann, wie sich die Spreu vom Weizen bei SSD-Technologien trennt und warum dieser Wandel das kreative Potenzial für die Spiele von morgen entfesselt.

Dieser Artikel beleuchtet die technologischen und kreativen Umwälzungen, die durch moderne Speicherlösungen angestoßen werden. Entdecken Sie die Mechanismen hinter der neuen Geschwindigkeit und ihre Auswirkungen auf das Gamedesign der Zukunft.

Wie entlastet die SSD den Prozessor beim Laden riesiger Welten?

Traditionell war das Laden von Spieldaten ein mühsamer Prozess, der die CPU stark beanspruchte. Der Prozessor musste die Daten von der Festplatte anfordern, sie entpacken (dekomprimieren) und dann an die Grafikkarte weiterleiten. Bei den gewaltigen Datenmengen moderner Spiele wurde die CPU so zu einem signifikanten Flaschenhals, der die ultraschnellen Lese-Fähigkeiten einer NVMe-SSD gar nicht voll ausnutzen konnte. Die Daten stauten sich vor der CPU, während die GPU auf Nachschub wartete.

Hier setzt die DirectStorage-API von Microsoft an, eine der fundamentalsten Änderungen in der PC-Gaming-Architektur seit Jahren. Statt die CPU mit der Dekomprimierung zu belasten, wird diese Aufgabe direkt an die hochgradig parallel arbeitende GPU delegiert. Die NVMe-SSD sendet die komprimierten Datenpakete direkt in den Videospeicher (VRAM), wo die Shader-Kerne der Grafikkarte das Entpacken übernehmen – eine Aufgabe, für die sie weitaus besser geeignet sind. Das Ergebnis ist eine massive Flaschenhals-Eliminierung.

Diese neue Form der Daten-Choreographie hat dramatische Auswirkungen auf die Systemleistung. Studien zeigen, dass durch den Einsatz von GPU-Dekompression eine Reduzierung der CPU-Belastung um 20-40 % erreicht werden kann. Diese freigewordene Rechenleistung kann die CPU nun für andere wichtige Aufgaben nutzen, wie die Berechnung von KI, Physik oder die Verwaltung komplexer Spielsysteme. Die SSD wird somit vom reinen Speicherlieferanten zum intelligenten Partner in der Rendering-Pipeline, der die Stärken der GPU gezielt ausspielt und dem Gesamtsystem zu einer besseren Balance verhilft.

Ihr Fahrplan zur DirectStorage-Optimierung

  1. System-Check: Stellen Sie sicher, dass Sie eine NVMe SSD mit PCIe 3.0 (oder höher) und eine Grafikkarte mit DirectX 12 Ultimate-Unterstützung besitzen.
  2. Betriebssystem: Installieren oder aktualisieren Sie auf Windows 11, das für eine optimale DirectStorage-Leistung konzipiert wurde.
  3. Treiber-Update: Halten Sie Ihre Grafikkartentreiber und Ihr System stets auf dem neuesten Stand, um von den neuesten API-Optimierungen zu profitieren.
  4. Spieleauswahl: Achten Sie beim Kauf neuer Spiele gezielt auf das „DirectStorage“-Feature, um die volle Leistung Ihres Systems zu entfesseln.
  5. VRAM-Prüfung: Vergewissern Sie sich, dass Ihre Grafikkarte über ausreichend VRAM (mindestens 8 GB empfohlen) verfügt, um die direkt geladenen Assets effizient zu verarbeiten.

SATA vs. NVMe: Spürst du den Unterschied beim Windows-Start oder nur im Spiel?

Während der Unterschied zwischen einer HDD und einer beliebigen SSD beim Systemstart und alltäglichen Aufgaben für jeden spürbar ist, wird die Debatte zwischen SATA- und NVMe-SSDs oft nuancierter geführt. Beim Start von Windows oder dem Öffnen eines Browsers sind die Unterschiede minimal, da hier nur kleine Datenmengen gelesen werden und andere Faktoren limitieren. Im Gaming-Kontext, wo Gigabytes an Texturen und Assets in den Speicher geschaufelt werden müssen, sieht die Welt jedoch völlig anders aus.

Eine SATA-SSD ist durch das SATA-III-Interface auf eine theoretische maximale Übertragungsrate von etwa 600 MB/s limitiert. Eine NVMe-SSD, die direkt über den wesentlich schnelleren PCIe-Bus angebunden ist, erreicht schon in der PCIe 3.0 Generation bis zu 3.500 MB/s. Moderne PCIe 4.0 Modelle verdoppeln diesen Wert auf über 7.000 MB/s. Dieser gewaltige Unterschied im Datendurchsatz ist der Schlüssel. In Kombination mit DirectStorage können NVMe-Laufwerke ihr volles Potenzial entfalten und Ladezeiten drastisch reduzieren. Tests haben gezeigt, dass eine schnelle NVMe SSD die Ladezeiten in Spielen um bis zu 77 % verkürzen kann im Vergleich zu einer SATA-SSD.

Visueller Geschwindigkeitsvergleich zwischen NVMe und SATA SSDs im Gaming-Kontext

Dieser Unterschied manifestiert sich nicht nur in kürzeren Ladebalken zu Beginn eines Spiels. Er ist entscheidend für das Asset-Streaming in offenen Spielwelten. Während eine SATA-SSD möglicherweise an ihre Grenzen stößt und sichtbares Nachladen von Texturen (Pop-in) verursacht, kann eine NVMe-SSD die Welt nahtlos und konstant mit den nötigen Daten versorgen. Der spürbare Unterschied liegt also weniger im Alltagsgebrauch, sondern entfaltet sich genau dort, wo es zählt: in anspruchsvollen, modernen Spielen, die von einer kontinuierlichen Datenzufuhr leben.

Die folgende Tabelle verdeutlicht die Leistungs- und Preisunterschiede und hilft bei der Einordnung, welche Technologie für welches Anforderungsprofil am besten geeignet ist.

Vergleich verschiedener SSD-Technologien für Gaming
SSD-Typ Lesegeschwindigkeit Preis pro GB Gaming-Eignung
SATA SSD bis 600 MB/s €0,08-0,12 Basis-Gaming
NVMe PCIe 3.0 bis 3.500 MB/s €0,10-0,15 Enthusiast-Gaming
NVMe PCIe 4.0 bis 7.000 MB/s €0,12-0,20 High-End Gaming
NVMe PCIe 5.0 bis 12.400 MB/s €0,25-0,40 Future-Proof Gaming

Warum braucht deine schnelle M.2 SSD einen Kühlkörper (Heatsink)?

Geschwindigkeit erzeugt Wärme. Dieses physikalische Grundgesetz gilt insbesondere für M.2 NVMe-SSDs. Der Speichercontroller, das Herzstück jeder SSD, und die NAND-Flash-Speicherchips können unter hoher und andauernder Last – wie sie beim Kopieren großer Datenmengen oder intensivem Gaming auftritt – beachtliche Temperaturen erreichen. Überschreitet die Temperatur einen kritischen Schwellenwert, greift ein Schutzmechanismus: das thermische Throttling. Die SSD drosselt absichtlich ihre Leistung, um eine Überhitzung und potenzielle Schäden an den Komponenten zu verhindern.

Das Resultat ist ein paradoxer Effekt: Die teuer erworbene High-End-SSD wird plötzlich langsamer als ein günstigeres Modell, das kühler läuft. Für Gamer bedeutet das konkret Ruckler, verzögertes Laden von Texturen (Pop-in) und eine spürbar inkonsistente Performance, genau dann, wenn das System am meisten gefordert wird. Ein Kühlkörper (Heatsink) ist hier keine ästhetische Spielerei, sondern eine Notwendigkeit. Er vergrößert die Oberfläche der SSD und ermöglicht eine effizientere Abgabe der Wärme an die Umgebungsluft im Gehäuse.

Viele moderne Mainboards liefern bereits integrierte M.2-Kühlkörper mit, und auch die meisten High-Performance-SSDs werden optional mit einem passenden Heatsink angeboten. Die Investition in eine adäquate Kühlung sichert die konstante Spitzenleistung des Laufwerks und verhindert, dass die Immersion im entscheidenden Moment durch hitzebedingte Leistungseinbrüche gestört wird.

Fallstudie: Thermal Throttling bei der WD Black SN850X

Tests mit High-End-Laufwerken wie der WD Black SN850X mit integriertem Kühlkörper zeigen eindrucksvoll den Nutzen. Selbst bei langen, intensiven Gaming-Sessions, die das Laufwerk an seine Grenzen bringen, bleibt die Temperatur in einem optimalen Bereich. Dies verhindert thermisches Throttling vollständig und sorgt für eine durchgehend flüssige Spielerfahrung ohne störende Pop-ins oder Mikroruckler, die bei ungekühlten Modellen unter denselben Bedingungen auftreten können.

Warum wird deine SSD extrem langsam, wenn sie zu 90% gefüllt ist?

Viele Nutzer beobachten, dass ihre blitzschnelle SSD merklich an Leistung verliert, je voller sie wird. Dieser Effekt ist real und hat technische Ursachen, die in der Funktionsweise von NAND-Flash-Speicher begründet sind. Eine SSD kann Daten nicht einfach wie eine Festplatte überschreiben. Um einen bereits beschriebenen Speicherblock zu ändern, muss sie einen komplexen Prozess durchlaufen: den Read-Modify-Write-Zyklus. Der gesamte Block wird in den Cache gelesen, die zu ändernden Daten werden modifiziert, und der gesamte Block wird anschließend in einen neuen, leeren Bereich geschrieben. Der alte Block wird dann zum Löschen markiert.

Solange die SSD über einen großen Pool an freien, unbeschriebenen Blöcken verfügt, ist dieser Prozess extrem schnell. Der Controller kann neue Daten einfach in die leeren Zellen schreiben. Wenn das Laufwerk jedoch fast voll ist, muss der Controller ständig Blöcke finden, die als „gelöscht“ markiert sind, deren Inhalte aber noch physisch vorhanden sind. Er muss diese Blöcke im Hintergrund aktiv leeren (ein Prozess, der als Garbage Collection bekannt ist), um Platz für neue Schreibvorgänge zu schaffen. Dieser Aufräumprozess kostet Zeit und Leistung. Wenn ein Schreibbefehl kommt und kein freier Block sofort verfügbar ist, muss der Nutzer auf den Abschluss dieses Zyklus warten, was zu spürbaren Verlangsamungen führt.

Angesichts moderner AAA-Spiele, die leicht 150 GB bis 200 GB Speicherplatz belegen, ist dieser Zustand schnell erreicht. Als Faustregel gilt daher, immer 15-25 % des SSD-Speichers freizuhalten. Dieser freie Bereich, auch Over-Provisioning genannt, dient dem Controller als Arbeitsfläche, um die Effizienz der Schreibvorgänge und der Garbage Collection aufrechtzuerhalten und eine konstant hohe Performance zu gewährleisten.

Um die Leistung Ihrer SSD optimal zu halten, können Sie folgende Strategien anwenden:

  • Behalten Sie stets 20-30 % freien Speicherplatz, um dem Controller genügend „Arbeitsraum“ zu geben.
  • Nutzen Sie eine zweite, günstigere SATA-SSD oder eine HDD für ältere Spiele, Archive oder Daten, auf die Sie seltener zugreifen.
  • Deinstallieren Sie optionale Spielinhalte wie hochauflösende Texturpakete oder nicht genutzte Sprachpakete.
  • Führen Sie regelmäßig eine Datenträgerbereinigung durch, um temporäre Dateien und Caches zu entfernen.

Schadet das ständige Installieren und Löschen von 100 GB Spielen deiner SSD?

Die Sorge um die begrenzte Lebensdauer von SSDs stammt noch aus den Anfängen der Technologie. Jede NAND-Speicherzelle kann nur eine begrenzte Anzahl von Schreib-Lösch-Zyklen durchlaufen, bevor sie unbrauchbar wird. Dies führte zu der Befürchtung, dass intensive Nutzung, wie das ständige Herunterladen und Löschen von riesigen Spielen, eine SSD schnell verschleißen könnte. Doch für moderne Laufwerke ist diese Angst weitgehend unbegründet.

Die Haltbarkeit einer SSD wird in Terabytes Written (TBW) angegeben. Ein typischer Wert für eine moderne 1-TB-Gaming-SSD liegt bei etwa 600 TBW. Das bedeutet, dass Sie 600 Terabyte an Daten auf das Laufwerk schreiben können, bevor erste Ausfallerscheinungen zu erwarten sind. Rechnen wir das auf ein 150 GB großes Spiel um: Sie müssten dieses Spiel 4.000 Mal komplett installieren und löschen, um diesen TBW-Wert zu erreichen. Selbst ein Hardcore-Gamer, der jede Woche ein neues 150-GB-Spiel installiert, würde Jahrzehnte benötigen, um an die Grenzen der Haltbarkeit zu stoßen, wie eine Analyse von Kingston Technology zeigt.

Makroaufnahme von SSD-Speicherchips mit abstrakten Datenflüssen

Zusätzlich setzen moderne SSD-Controller ausgeklügelte Wear-Leveling-Algorithmen ein. Diese verteilen die Schreibvorgänge intelligent und gleichmäßig über alle Speicherzellen, um zu verhindern, dass bestimmte Bereiche übermäßig beansprucht werden. Dadurch wird die Lebensdauer des gesamten Laufwerks maximiert. Die Realität ist, dass die meisten Nutzer ihren PC oder ihre Konsole längst durch ein neueres Modell ersetzt haben werden, bevor ihre SSD auch nur in die Nähe ihres TBW-Limits kommt.

Gute Modelle wie die WD Black SN850 oder Samsung SSD 980 Pro zeigen auch nach Jahren intensiver Nutzung keine Leistungseinbußen.

– PC Games Hardware Redaktion

Wann bricht die Illusion einer endlosen Welt durch aufploppende Objekte zusammen?

Das „Pop-in“, das plötzliche und sichtbare Auftauchen von Objekten, Texturen oder ganzen Landschaftsteilen in der Spielwelt, ist einer der größten Immersionskiller. Es reißt den Spieler aus der Illusion einer persistenten, lebendigen Welt und offenbart die technischen Limitierungen im Hintergrund. Dieses Phänomen tritt auf, wenn das Speichersubsystem nicht schnell genug die notwendigen Assets liefern kann, um die Welt vor dem Spieler „aufzubauen“.

Die Ursache liegt oft in einem zu geringen Asset-Streaming-Budget. Entwickler nutzen Techniken wie das „Level of Detail“ (LOD), bei dem weiter entfernte Objekte durch stark vereinfachte Modelle ersetzt werden. Nähert sich der Spieler, müssen diese Modelle in Echtzeit gegen ihre hochauflösenden Gegenstücke ausgetauscht werden. Wenn dieser Austausch nicht augenblicklich geschieht – weil die SSD die Daten nicht schnell genug liefert oder die CPU mit der Verarbeitung überlastet ist – sieht der Spieler den unschönen Übergang.

Pop-in ist oft ein zu aggressiv eingestellter oder fehlgeschlagener Übergang zwischen LOD-Stufen.

– PC Games Hardware Redaktion

Genau hier revolutionieren NVMe-SSDs und DirectStorage das Erlebnis. Durch die massive Erhöhung des Datendurchsatzes und die Entlastung der CPU wird das Asset-Streaming-Budget erheblich erweitert. Entwickler müssen nicht mehr auf Tricks wie enge Korridore oder lange Aufzugsfahrten zurückgreifen, um Zeit für das Nachladen zu schinden. Welten können schneller, weiter und mit mehr Details in Sichtweite gerendert werden, weil das System darauf vertrauen kann, dass die Daten bei Bedarf sofort verfügbar sind. Die Illusion der endlosen, nahtlosen Welt bleibt intakt.

Fallstudie: Microsoft Flight Simulator & die gestreamte Welt

Ein Paradebeispiel für die Macht des Asset-Streamings ist der Microsoft Flight Simulator. Das Spiel streamt petabyteweise Geodaten aus der Cloud, um den gesamten Planeten darzustellen. Eine schnelle NVMe-SSD ist hier essenziell, um diese Daten in Echtzeit zu verarbeiten und eine flüssige, glaubwürdige Darstellung der Welt unter dem Flugzeug zu gewährleisten. Die Technologie ermöglicht eine offene Spielwelt mit einer bisher unerreichten Dichte an sichtbaren Objekten und beweist, dass traditionelle Level-Design-Tricks zur Kaschierung von Ladezeiten dank eines potenten Speichersystems nicht mehr nötig sind.

Warum ist Garbage Collection in Spielen ein Performance-Killer und wie hilft C++?

In der Softwareentwicklung ist die Speicherverwaltung eine kritische Aufgabe. Sprachen wie C# oder Java verwenden eine automatische Speicherbereinigung, die sogenannte Garbage Collection (GC). Ein GC-System sucht periodisch nach Speicherbereichen, die nicht mehr verwendet werden, und gibt sie frei. Dies ist komfortabel für Entwickler, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Der Zeitpunkt, zu dem die GC anspringt, ist oft unvorhersehbar und kann zu kurzen, aber spürbaren Pausen im Programmablauf führen – den gefürchteten „GC Spikes“ oder Mikrorucklern.

In einem Spiel, das auf eine konstante Bildrate von 60 oder 120 FPS angewiesen ist, ist ein solcher unkontrollierter „Stotterer“ fatal für das Spielerlebnis. Aus diesem Grund setzen die meisten großen Game-Engines wie die Unreal Engine oder Unity (in seinen High-Performance-Bereichen) auf C++. Diese Sprache ermöglicht eine manuelle Speicherverwaltung. Entwickler haben die volle Kontrolle darüber, wann und wie Speicher alloziert und freigegeben wird. Anstatt sich auf einen unberechenbaren Automatismus zu verlassen, können sie hochentwickelte Strategien implementieren.

Diese manuellen Techniken sind zwar komplexer, aber für High-Performance-Anwendungen unerlässlich. Sie sorgen dafür, dass die Speicherverwaltung nicht zu einem unkontrollierbaren Performance-Killer wird. Die Kombination aus einer durchdachten C++-Speicherarchitektur und der rohen Geschwindigkeit einer NVMe-SSD, die Daten mit extrem geringer Latenz liefert, bildet das Fundament für die flüssige und reaktionsschnelle Spielerfahrung, die moderne Titel anstreben. Der Prozessor wird nicht nur durch DirectStorage entlastet, sondern auch durch eine saubere, von Entwicklern kontrollierte Speicherverwaltung, die störende Hintergrundprozesse minimiert.

Zu den fortgeschrittenen Techniken, die Entwickler in C++ nutzen, gehören:

  • Memory Pools: Vorab-Allokation großer Speicherblöcke für häufig verwendete Objekte, um die ständige Kommunikation mit dem Betriebssystem zu vermeiden.
  • Custom Allocators: Erstellung spezialisierter Speicherverwalter für bestimmte Datentypen, um die Fragmentierung zu reduzieren.
  • Objektrecycling: Wiederverwendung von Objekten, anstatt sie ständig neu zu erstellen und zu zerstören.
  • Manuelle Verwaltung in kritischen Pfaden: In den performancekritischsten Teilen des Codes wird die Speicherverwaltung bis ins kleinste Detail von Hand gesteuert.

Das Wichtigste in Kürze

  • NVMe-SSDs sind nicht nur schneller, sie verändern durch Technologien wie DirectStorage die Systemarchitektur fundamental.
  • Die Entlastung der CPU von Dekomprimierungsaufgaben ist der Schlüssel zu mehr Performance und ermöglicht dichtere Spielwelten.
  • Praktische Aspekte wie Kühlung und ein freier Speicherplatz von 15-25 % sind entscheidend, um die Spitzenleistung einer SSD konstant abrufen zu können.

Warum fühlen sich viele moderne Open-World-Games trotz riesiger Map leer und bedeutungslos an?

Die technologische Hürde, riesige Spielwelten zu erschaffen und nahtlos zu streamen, ist gefallen. NVMe-SSDs und DirectStorage geben Entwicklern die Werkzeuge, um Karten von bisher ungeahnter Größe zu bauen. Doch diese technische Befreiung hat ein neues, subtileres Problem offengelegt: Viele dieser gigantischen Welten fühlen sich trotz ihrer beeindruckenden Ausmaße oft leer, repetitiv und bedeutungslos an. Die technische Herausforderung wurde in eine kreative verwandelt.

Die schiere Möglichkeit, eine riesige Welt zu generieren, bedeutet nicht automatisch, dass diese Welt auch mit fesselnden Inhalten gefüllt ist. Oft führt dies zu dem, was man als „Ubisoft-Formel“ kritisiert: eine riesige Karte, übersät mit Hunderten von generischen Icons, Sammelobjekten und sich wiederholenden Aufgaben. Die Welt wird zu einer Checkliste, die abgearbeitet wird, statt zu einem organischen Ort, den es zu entdecken gilt. Die Größe wird zum Selbstzweck, nicht zum Diener des Spielerlebnisses.

Die neue SSD-Technologie gibt Entwicklern die Werkzeuge, um riesige Welten zu bauen und zu streamen. Dies hat jedoch das Problem von der technischen auf die kreative Ebene verlagert.

– Cassie Hoef, Microsoft DirectX Developer Blog

Die Zukunft des Open-World-Designs liegt daher nicht in noch größeren Karten, sondern in dichteren, reaktiveren und systemisch reicheren Welten. Schnelles Asset-Streaming ermöglicht es, die Welt dynamisch zu verändern, basierend auf den Aktionen des Spielers. Eine zerstörte Brücke bleibt zerstört, ein gepflanzter Wald wächst über die Zeit, Entscheidungen haben sichtbare und bleibende Konsequenzen für die Umgebung. Anstatt die Weite mit Füllmaterial zu strecken, können Entwickler nun kleinere, aber unendlich tiefere und bedeutungsvollere Räume schaffen. Die technologische Revolution ist die Grundlage, aber die wahre Innovation muss nun vom Game-Design ausgehen – weg von der Quantität der Fläche, hin zur Qualität der Interaktion.

Nachdem die technischen Grundlagen gemeistert sind, ist es entscheidend, den Fokus auf das kreative Potenzial und die Herausforderungen zu richten, die diese neuen Technologien mit sich bringen.

Die Ära der Ladebildschirme neigt sich dem Ende zu. Der Umstieg auf eine moderne NVMe-SSD ist nicht nur ein Upgrade, sondern der Eintritt in die nächste Generation des Gamings. Beginnen Sie noch heute damit, Ihr System für die nahtlosen und immersiven Welten von morgen vorzubereiten.

Geschrieben von Thomas Weber, Senior Hardware-Redakteur und zertifizierter IT-Systemelektroniker mit Spezialisierung auf Custom-PCs und Kühlungslösungen. Über 15 Jahre Erfahrung im Bau von Hochleistungsrechnern und Serverwartung für mittelständische Unternehmen in Bayern.